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Wie Drop-Stitch funktioniert

Die Technik hinter den Tausenden von internen Fäden, die flexibles PVC in einen starren Hochdruckkern verwandeln — die Technologie, die moderne aufblasbare SUPs und Boote ermöglicht hat.

Was ist Drop-Stitch?

Drop-Stitch (auch „Drop-Stitch-Gewebe" oder „Drop-Stitch-Kern" genannt) ist eine Bauweise, bei der Tausende einzelne Polyesterfäden die obere und untere Lage einer Gewebehülle miteinander verbinden. Wird die Hülle aufgeblasen, wirken diese Fäden als innere Zugelemente – sie verhindern, dass sich die obere und untere Bahn nach außen zu einer runden Form wölbt, und zwingen die Bahn, flach und starr zu bleiben.

Das Ergebnis ist eine leichte, tragbare Konstruktion, die einem Innendruck von 15 – 20 PSI standhält – vergleichbar mit der Steifigkeit eines Hartschalen-Boards, aber für Lagerung und Transport vollständig entlüftbar.

So funktioniert es: die Physik

Bei einer herkömmlichen aufblasbaren Konstruktion (wie einem Luftballon oder einer Luftmatratze) drückt der Innendruck gleichmäßig in alle Richtungen. Ohne innere Rückhaltung wird die Konstruktion zylindrisch oder kugelförmig. Drop-Stitch löst dies durch eine zugfeste Verstärkung:

  • Tausende Fäden verbinden die obere und untere Gewebelage
  • Beim Aufblasen versucht der Luftdruck, Ober- und Unterseite auseinanderzudrücken
  • Die Fäden widerstehen dieser Trennung und übertragen die Last als Zug entlang der Fadenachse
  • Das Ergebnis ist eine flache, starre Bahn, die Biegung widersteht

Herstellungsprozess

  1. Weben: Polyesterfäden werden gleichzeitig in zwei getrennte Lagen Grundgewebe (typischerweise 1,100 DTEX oder 1,680 DTEX PVC-beschichtetes Polyester) eingewebt. Die Fäden werden im 90°-Winkel in Schlaufen zwischen den Lagen verwoben.
  2. Beschichten: Das gewebte Grundgewebe wird im Rakelverfahren oder Kalanderverfahren mit PVC (oder gelegentlich TPU) beschichtet. Dadurch werden die Fäden versiegelt und die luftdichte Membran entsteht.
  3. Lagenverbindung: Der Drop-Stitch-Kern wird per Heißlaminierung oder Klebstoff mit äußeren Laminatschichten (typischerweise 0.9 mm oder 1.2 mm PVC) verbunden.
  4. Verschweißen: Die Rail Bands werden mit Heißluftschweißen, HF-Schweißen oder Hochfrequenzschweißen entlang der Kanten verschweißt, um die Seitenwände des Boards zu bilden.
  5. Ventilmontage: Boston-Ventile oder Halkey-Roberts-Ventile werden eingebaut, in der Regel mit einem Überdruckmechanismus, um ein Überaufblasen zu verhindern.

Wichtige Qualitätsmerkmale

Parameter Einstiegsklasse Premium
Fadendichte1 Faden / Quadratzoll2 Fäden / Quadratzoll
Grundgewebe1,100 DTEX1,680 DTEX
Maximaler Druck12 – 15 PSI18 – 22 PSI
PVC-Dicke0.6 – 0.9 mm1.0 – 1.2 mm
Rail-KonstruktionGefaltet & verklebtGeschweißt & verschmolzen

Anwendungen

  • SUP-Boards: 4" – 6" Dicke, 15 – 20 PSI, 1 – 2 Fäden/Quadratzoll
  • Kajaks: Drop-Stitch-Boden + aufblasbare Seitenkammern, 10 – 15 PSI Boden
  • RIB-Böden: Drop-Stitch-Böden für leichte, packbare RIB-Beiboote, 12 – 18 PSI
  • Bootsfender: Niederdruck-Drop-Stitch für geformte Fender mit flachen Flächen

Drop-Stitch vs. Air-Deck (Glasfaser- oder Holzkern)

Hartschalen-Boards verwenden EPS-Schaumkerne mit Glasfaser- oder Holz-Stringer-Verstärkung. Sie sind leichter, steifer und reaktionsfreudiger – aber sie lassen sich nicht entlüften. Drop-Stitch tauscht etwas Steifigkeit gegen vollständige Tragbarkeit. Für die meisten Freizeitnutzer sind moderne Drop-Stitch-SUPs bei 20 PSI in der Steifigkeit von Einstiegs-Hartschalenboards nicht zu unterscheiden.

So nutzt Aquafarer Drop-Stitch

Aquafarer verwendet in seiner gesamten SUP-Linie einen 1,680 DTEX Drop-Stitch-Kern mit 2 Fäden pro Quadratzoll und einem 1.2 mm dicken PVC-Außenlaminat. Die Boards sind für 20 PSI ausgelegt und werden vor dem Versand einem 24-48-stündigen Druckhalttest bei 1.25x Nenndruck unterzogen. Die Rail Bands werden mit dreischichtiger Verschmelzung heißluftverschweißt, und Überdruckventile sind bei allen Modellen serienmäßig.